Kurzbeschreibung



Hitman (engl. für "Auftragsmörder") ist zwar kein Egoshooter, sondern ein Third-Person-Shooter - da aber bei Fernsehbeiträgen über "Killerspiele" öfter Szenen aus dem Spiel auftauchen, stellen wir es hier trotzdem vor.

Hitman ist eine sehr erfolgreiche Spieleserie, in welcher der Spieler die Rolle von Agent 47 übernimmt. 47 ist ein menschlicher Klon, welcher einzig für den Zweck, der perfekte Killer zu sein, erschaffen wurde. Im Laufe des ersten Spiels wendet er sich gegen seine Erschaffer und geht seine eigenen Wege.

Der Spieler erhält in den meisten Missionen im Spiel eine oder mehrere Zielpersonen und muss diese mit möglichst wenig Aufsehen eliminieren.

Spielziel



Ziel des Spiels ist es, Zielpersonen - welche immer aus zwielichtigen und illegalen Metiers kommen (z. B. Drogendealer, Waffenschmuggler, Triadenführer, Terroristen, Mörder etc.) - auszuschalten. Für dieses Ziel werden dem Spieler viele Lösungsmöglichkeiten gegeben. Dabei ist der Weg der direkten Konfrontation (sprich jeden erschießen, der dem Spieler in den Weg kommt) die schlechteste, und oft auch schwierigste Lösung.

Der Spieler wird nicht nur darin unterstützt, möglichst wenig Aufsehen zu erregen, sondern auch dafür bestraft, wenn er Zivilisten verletzt oder tötet. Neben Schusswaffen hat der Spieler zahlreiche Möglichkeiten sich zu verkleiden, um unentdeckt an die Zielperson heran zu kommen. Zusätzlich gibt es oft vielerlei Möglichkeiten, Unfälle zu inszenieren.

Der Spieler wird nach jeder Mission mit einer guten Wertung belohnt, wenn er sich ausschließlich auf die Zielperson konzentriert hat und dabei so wenig wie möglich Gewalt angewendet wurde. Schleichen und Verstecken spielen dabei ebenfalls eine große Rolle.

Typischer Spielablauf



Der Spieler erhält vor der Mission eine Erklärung seiner Ziele und einige Informationen zur Umgebung, in der sich die Zielperson befindet: etwa taktisch wertvolle Informationen wie Hintereingänge, Schwachstellen in den Verteidigungsanlagen etc. Dann kann der Spieler sich überlegen, mit welcher Ausrüstung er die Mission starten möchte, und welche Waffen er mitnehmen möchte. Erfahrene Spieler nehmen an dieser Stelle keine Schusswaffen, sondern eine Betäubungsspritze und eine Nahkampfwaffe (z.B. ein Messer oder die spieltypische Garotte) mit sich.

Nach Start der Mission ist es üblich, sich erst die Situation anzusehen. Der Spieler ist gezwungen, sich die Karte samt Gegnern und ihren Positionen anzusehen, einzuprägen und dann zu entscheiden wie er vorgehen möchte. Ein unüberlegtes Losstürmen führt in fast jedem Fall zum Verlieren der Mission. Der Spieler ist dabei immer zahlenmäßig unterlegen, da er allein gegen meist mehr als 20 - 30 bewaffnete Gegner und häufig ebenso viele Zivilisten, welche ihn verraten können, vorgehen muss.

Meistens gibt es Wege sich z. B. als Essenslieferant zu verkleiden und die eigenen Waffen in Kartons zu verstecken, da man häufig an der Tür von Wachen gefilzt wird. Dabei kann die Verkleidung von Wachen und Zivilisten durchgeschaut werden, wenn man sich in falschen Bereichen damit bewegt, oder zu lange zu nah bei Gegnern herumsteht. Der Spieler wird dadurch angehalten, extrem vorsichtig und ruhig vorzugehen. Dabei kann es vorkommen, das man mehrere Minuten lang nur herumschleicht und den besten Weg auskundschaftet. Wenn man es dann irgendwann zur Zielperson geschafft und diese ausgeschaltet hat, muss man den Level auch wieder verlassen. Wer also bis hierher Alarm ausgelöst, betäubte Personen schlecht versteckt und allgemein schlampig gearbeitet hat, wird es sehr schwer haben, den Level wieder zu verlassen.

Um eine besser Vorstellung zu haben, in welchen Szenarien das Spiel spielt, sind hier einige kurze Sätze zu verschiedenen Leveln:

Die Party eines Pornoproduzenten, welcher an Hugh Heffner angelehnt ist: Dabei ist die Party sehr dekadent und überschwänglich, in jeder nur erdenklichen Richtung. Dieser Produzent erpresst einen Politiker mit kompromittierenden Videoaufnahmen, weshalb der Spieler neben seiner Zielperson auch Videomaterial sicher stellen muss.

Das Schiff eines Waffenlieferanten, welcher droht eine Atombombe zu zünden: Der Spieler gerät im Verlauf dieses Levels zusätzlich zwischen die Fronten der Waffenlieferanten und einer Razzia der Polizei und muss über all dies noch die Atombombe entschärfen und unentdeckt wieder fliehen.

In einem prunkvollem Hotel, in welchem sich Sicherheitschef vieler Länder treffen wollen, hat sich ebenfalls ein Terrorist einquartiert und bereitet einen Anschlag vor. Der Spieler muss diesen Anschlag verhindern, und den Terroristen samt einem Komplizen ausschalten.

USK-Einstufung



Es gibt bisher vier Teile der Hitman-Serie:

"Hitman: Codename 47" ist indiziert.

"Hitman: Silent Asssasin" ist ab 18 freigegeben.

"Hitman: Contracts" erhielt keine Jugenfreigabe, ist aber nicht indiziert.

"Hitman: Blood Money" erhielt keine Jugenfreigabe, ist aber nicht indiziert.

Indizierung



Die BPjM gibt Beispiele dafür, unter welchen Umständen Computerspiele als Jugendgefährdend gewertet und somit indiziert werden. Von der Hitman-Serie wurde nur ein Titel indiziert. Wenn man die Art der Gewaltdarstellung den Beispielen der BPjM gegenüberstellt wird auch klar, warum.

Die BPjM wertet Spiele als Jugendgefährdend, wenn z.B.:

  • Gewaltanwendung gegen Menschen als einzig mögliche Spielhandlung dargeboten wird
    Im ersten Teil gab es kaum Möglichkeiten, Konfrontationen in Form von Schießereien aus dem Weg zu gehen. Ebenfalls konnte man niemanden betäuben. Sicher mit ein Grund für die Indizierung. Alle folgenden Teile beinhalteten das Betäuben und Umgehen von Gegnern, welche nicht die Zielperson sind.
  • Gewalttaten gegen Menschen deutlich visualisiert bzw. akustisch untermalt werden (blutende Wunden, zerberstende Körper, Todesschreie)
    Abgesehen von Blutspritzern, welche nach weniger Zeit wieder verschwinden und Todesschreien der getroffenen Gegner gab es keine explizite Gewaltdarstellung. Das Schreien war dabei Teil des Spiels, weil dadurch die Gefahr stieg, daß Gegner auf einen aufmerksam werden konnten.
  • Gewaltanwendung (insbesondere Waffengebrauch) durch aufwändige Inszenierung ästhetisiert wird
    Die Anwendung von Waffen ist relativ nah an der Realität. Es gibt keine Zeitlupenansicht, Nahaufnahme oder ähnliches.
  • Verletzungs- und Tötungsvorgänge zusätzlich zynisch oder vermeintlich komisch kommentiert werden
    In keinem der Hitmanspiele gibt es derartige Kommentare.
  • Gewalttaten gegen Menschen dargeboten werden, wobei die Gewaltanwendung "belohnt" wird (z.B. Punktegewinn, erfolgreiches Durchspielen des Computerspiels nur bei Anwendung von Gewalt)

    Das Ausschalten der Zielpersonen ist unumgänglich, um das Spiel durchzuspielen. Das Töten von Zivilisten und Wachen wird allerdings durch Wertungsabzug bestraft und erschwert das Spiel ungemein. Die Gewalt im Spiel richtet sich ausschließlich gegen moralisch verwerfliche Ziele.

Man kann sich sicherlich fragen, warum nur der erste Teil indiziert wurde. Eine Erklärung hierfür wäre der neue Jugendschutz. Damals gab es nur zwei Kategorien, entweder es wurde offen im Laden verkauft, dann allerdings für jeden, da es keine verbindliche Altersbeschränkung gab, oder es wurde indiziert und damit nur ab 18 zugänglich gemacht. Angesichts dieser Möglichkeiten ist es mehr als verständlich, das die BPjM (damals BPjS) hier eine Indizierung ausgesprochen hat. Dank des neuen Jugendschutzes sind die Altersbeschränkungen der USK bindend und somit ist von rechtlicher Seite sicher gestellt, dass nur Erwachsene diese Spiele spielen.

 

Potentielle Auswirkungen des Gesetzesentwurfs aus Bayern



Meiner Einschätzung nach wäre die Hitman-Serie ganz klar einer der Kandidaten, welche durch den Gesetzesentwurf betroffen, und somit verboten wären.

(Anmerkung der Killer-Spiele.Info-Redaktion: Auch wenn in diesem Spiel sehr explizite Darstellungen von Gewalt zu finden sind, ist nicht 100% sicher, daß es unter § 131a fallen würde, weil das Merkmal der Grausamkeit vermutlich nicht eindeutig gegeben ist)

Potentielle Auswirkungen des Sofortprogramms des Bundesfamilienministeriums



Da zum Sofortprogramms des Bundesfamilienministeriums noch nicht genügend Details bekannt sind, ist unklar, ob Hitman anders behandelt werden würde als heutzutage. Ob es "Gewaltbeherrscht" ist, ist Definitionssache - wir würden einschätzen: Ja.

Daten



Hersteller und Publisher

IOI Opens external link in new windowwww.ioi.dk (Entwickler)
Eidos Opens external link in new windowwww.eidos.de (Publisher)

Erscheinungsdaten

  • Hitman: Codename 47
    PC Dezember 2000
  • Hitman: Silent Assasin
    PC 04.10.2002
    Gamecube 17.06.2003
    Playstation 2 02.10.2002
    X-Box 04.10.2002
  • Hitman: Contracts
    PC 30.04.2004
    Playstation 2 28.04.2004
    X-Box 28.04.2004
  • Hitman: Blood Money
    PC 26.05.2006
    Playstation 2 26.05.2006
    X-Box 26.05.2006
    X-Box 360 26.05.2006

Offizielle Homepage

Opens external link in new windowhttp://www.hitman.dk

Opens external link in new windowhttp://www.hitman2.com

Opens external link in new windowhttp://www.eidos.de/gss/legacy/hitmancontracts

Opens external link in new windowhttp://www.hitmanbloodmoney.com

Hauptforum

Opens external link in new windowwww.hitmanforum.com

Andere Communities

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Abschliessendes:



Verfasst von S. Urbanek (fjonan(a)fjonan.com)

Ich möchte noch einmal betonen, daß dieses düstere, schwarzhumorige Spiel in keinster Weise in Kinderhände gehört. Daß es keine Jugendfreigabe erhalten hat, ist absolut berechtigt. Dies ist ein Spiel für Erwachsene, welche damit auch sicher ihren Spaß haben werden.